In diesem Blogbeitrag geht es um die psychische und physische Entrümpelung zu Gunsten von mehr Platz und Zeit. Es geht um ein besonderes Mindset, welches dir die Verantwortung übergibt, Handlungsmöglichkeiten aufzeigt und dadurch die Steuerung ermöglicht – Selbstführung als Performance-Basis für ein gesünderes und ausgeglicheneres Leben.
In jedem Kapitel stelle ich dir eine mögliche „WEG DAMIT-Methode“ vor, mit welcher ich persönlich gute Erfahrungen gemacht habe. Die Kapitel und Methoden bilden eine kleine Auswahl an der schier grenzenlosen Vielfalt des Themas.
Entscheidend dabei ist das Mindset. Dieses fasse ich am Schluss des Blogs zusammen.
Geburtstage
Kennst du das? Mit den Jahren sammeln sich unzählige Geburtstagstermine in der Agenda an. Neben Familienmitgliedern und Freunden gesellen sich da auch Einträge zu Vereinsmitgliedern, Ferienbekanntschaften, Freunde der Kinder und viele mehr. Ja sogar Haustiere und Nachbarskinder finden darin Platz. Effekt Nummer eins: Die Agenda ist voll. Effekt Nummer zwei: Da du dank den vorbildlich geführten Einträgen an die Geburtstage erinnert wirst, musst du ja fast darauf reagieren und den Leuten gratulieren. Machst du es nicht, hat der kleine Fiesling namens „schlechtes Gewissen“ eine Chance. Und jetzt? Ganz einfach: WEG DAMIT! Ich habe mich für 24 Personen entschieden, deren Geburtstage in meiner Agenda einen Platz bekommen. So verbringe ich im Schnitt zweimal pro Monat gerne Zeit, um jemandem zum Geburtstag zu gratulieren.
Mein Profit: Ich kann aufrichtiger, wertschätzender und persönlicher gratulieren, weil ich die Zeit dafür habe. Weil ich mir die Zeit dafür geschaffen habe.
Termine
Kennst du das? Du koordinierst deine Termine penibelgenau und trägst auch alle pflichtbewusst in die Agenda ein. Und trotzdem eilst du von einem Termin zum nächsten. Noch schlimmer wird es, wenn der eine Termin unvorhergesehen doch etwas länger dauert oder du in einen Stau gerätst. Der Tag hat einfach zu wenige Stunden. Hetzen, Verspätungen, Erklärungen, Ausreden – unangenehm und stressig. Zu viele Termine an einem Tag? WEG DAMIT! Menschen fällt es schwer, Lücken auszuhalten. Dies umgehe ich ganz einfach damit, dass ich für jeden Termin doppelt so viel Zeit einplane wie geschätzt. So sehe ich keine Lücken, bringe problemlos alle geplanten Termine in den Tag und wenn alles rund läuft, dann habe ich sogar noch Bonuspausen, über die ich mich freuen kann. Termine wie Me-Time, Spielplatz mit meinem Jüngsten, Einkauf, Mediathekbesuche etc. finden dabei die gleiche Berechtigung in meiner Agenda wie zum Beispiel Meetings, Weiterbildungen und Arbeitszeit.
Mein Profit: Mehr Ruhe, mehr Klarheit, grössere Zielerreichung
Handy
Kennst du das? Das Wort „schnell“ benutzt du oft im Zusammenhang mit der Handynutzung: „Ich muss nur noch schnell zurückrufen, nur noch schnell eine Whatsapp-Nachricht lesen, nur noch schnell eine Mail beantworten oder nur noch schnell das Wetter prüfen, dann nur noch schnell die Mailbox abhören und nur noch schnell nachlesen, was es Wissenswertes gibt.“ Die Summe von 1000x schnell ergibt 1x lange, sehr lange. Zu viel Handyzeit und immer erreichbar? WEG DAMIT! Es geht auch anders. Ich lasse mich nicht von Anrufen und eingehenden Nachrichten steuern. Ich möchte selbst entscheiden, in welchen Zeiten ich mein Handy nutze. Deshalb ist es stets stumm gestellt und ausserhalb meines Blickfeldes stationiert. Wenn ich es bewusst hervorhole und draufschaue, dann nehme ich mir auch bewusst Zeit, um Nachrichten oder Rückrufe zu tätigen. Während dieser Zeit bin ich dann wiederum für keine anderen Tätigkeiten zu haben.
Mein Profit: weniger Ablenkung, mehr Kontrolle, weniger Handyzeit, mehr Produktivität, mehr sinnvolle Zeit
Material
Kennst du das? Nicht nur beim Umzug, sondern eigentlich ständig stellst du fest, dass du zu viel Material hast. Dies betrifft nicht nur Kleider, sondern auch Werkzeuge, Küchengeräte und Küchenutensilien, Bücher, Schreibgeräte, Badetücher, Parfüms, elektronische Geräte und so weiter. Und wenn du Kinder hast, dann setzt sich die Liste u.a. fort mit Stofftiere, Spielsache, Kinderkleider, Gebasteltes, Gezeichnetes und Legos.
Wir haben einfach zu viel. Also: WEG DAMIT! Sich von etwas zu trennen, fällt oft schwer. Auch hier gibt es verschiedene Methoden, die uns darin unterstützen können. Bei meiner ersten radikalen Entrümpelung bin ich folgendermassen vorgegangen: Ich habe mir pro Zimmer alle Dinge aufgeschrieben, die ich sehr schätze. Sie sind mir entweder besonders wichtig oder im Alltag besonders nützlich. Dies geschah, ohne einen Blick ins jeweilige Zimmer zu werfen. Die Gegenstände, welche ich auswendig aufgeschrieben habe, habe ich behalten. Alle anderen kamen weg. (Naja, also fast alle: Ich habe mir einen zweiten Gedanken darüber erlaubt, aber keinen dritten und vierten). Um möglichst wenig Abfall zu produzieren kamen die noch guten Gegenstände ins Brocki oder auf Tutti. Für die Gesamtentrümpelung nahm ich mir pro Zimmer einen Tag Zeit, jeweils mit ein paar Tagen Pause dazwischen.
Seit dieser Grossaktion pflege ich den Grundsatz: Eins geht, eins kommt. Dies ziehe ich in der Regel ausnahmslos durch und da hat auch meine Familie keinen Bonus.
Mein Profit: Mehr Raum, mehr Platz, mehr Klarheit und dadurch mehr innere Ruhe. Und zudem schätze ich die ausgewählten Gegenstände mehr.
Möglicher Ablauf
- Entscheide dich für einen ersten (kleinen!) Bereich (z.B. Geburtstagstermine)
- Notiere mindestens drei Profits des Entrümpelns dieses Bereiches
- Fixiere ein Datum dafür in deiner Agenda
- Reserviere dafür doppelt so viel Zeit, wie du schätzst.
- Fotografiere die aktuelle Situation
- Führe die Ausmistung durch (diese muss nicht effizient sein, du darfst dich mit gutem Gewissen deinem Leben widmen)
- Fotografiere das Ergebnis
- Halte inne, betrachte deine Leistung, vergleiche mit vorher
- Werde dir deiner Profits bewusst und nutze diese
- WAU, geschafft!
Du fragst dich gerade, ob (und wann) du einen zweiten Bereich ausmisten sollst und dieser Gedanke lässt dich nicht los? WEG DAMIT! Das kannst du morgen entscheiden. Für heute ist genug! Gut gemacht!
Und wenn das Loslassen nicht klappt?
Alleine schon, dass du diesen Artikel liest zeigt, dass du dich für dieses Thema interessierst. Einen ersten Schritt hast du also bereits getan. Nun geht es darum, deinen persönlichen Profit daraus zu finden. Mache dir bewusst, welchen Mehrwert dir das physische oder psychische Entrümpeln gibt und entscheide dich für ein erstes konkretes Miniprojekt.
Du scheiterst bereits bei der Nennung eines Profits? Dann ist doch alles prima und die Antwort ist einfach: WEG DAMIT! Du benötigst weder Methoden noch ein verändertes Mindset in Bezug auf dieses Thema.
Mindset
Gewohnheiten sind stark. Wenn wir etwas ändern möchten, beginnen wir also nicht bei den Gewohnheiten, sondern beim Mindset, dem Motor unserer Gewohnheiten. In den beschriebenen Beispielen erkennen wir ein Mindset, welches FÜR und nicht gegen etwas steht. Zudem soll es aus Überzeugungen entstehen, welche ich selbst steuern kann. So gebe ich mir die Verantwortung und mit ihr die Handlungsoptionen.
- ICH ENTSCHEIDE MICH BEWUSST FÜR ETWAS, WAS ISCH SCHÄTZE. vs. Ich entscheide mich gegen etwas. -> Bsp. Küchengeräte
- ICH DARF AUSWÄHLEN vs. Ich muss mich entscheiden -> Bsp. Kleider
- ICH KANN AUSGEWÄHLTEM MEHR ZEIT, AUFMERKSAMKEIT UND WERTSCHÄTZUNG ENTGEGENBRINGEN vs. Ich muss reduzieren -> Bsp. Geburtstage
- ICH NEHME MIR KEINE ZEIT vs. Ich habe keine Zeit -> Bsp. Termine
- ICH ENTFERNE DEN REIZ vs. Ich darf nicht reagieren -> Bsp. Handy
- ICH SCHAFFE MIR PLATZ UND ZEIT vs. Ich muss entrümpeln -> Bsp. Material
Mit einem angepassten Mindset ist das Platz- und Zeitschaffen eine interessante Reise, auf welcher viele Methoden und Ideen wirkungsvoll sein können. Wer sich intensiver mit dem Thema beschäftigen möchte, der kann zum Beispiel die Stichworte „slow living“ oder „Minimalismus“ erkunden.
So, ich bin dann mal WEG, DAMIT ich meine Profits geniessen kann.
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Die Autorin
Name: Simone Kunz
Beruf: Dipl. Sport Mental Coach und Schulcoach mit eidg. Fachausweis
Website: simi-mentalcoaching.ch
Motto: «No luck, pure skill»
Simones Menschenbild liegen drei Werte zu Grunde, welche ihr wichtig sind und in ihrer Arbeit als Coach und Ausbildnerin einen wichtigen Anker bilden: Stetige Weiterentwicklung, Individualität und Freude. Was Simone keine Freude bereitet, lässt sie sein und so können sich die Teilnehmer:innen darauf verlassen, dass sie den Unterricht mit viel Freude und mit echtem Interesse am Menschen und seinen Bedürfnissen und Fähigkeiten gestaltet.
Um sich stetig weiterzuentwickeln, hält sie sich gerne ausserhalb der eigenen Komfortzone auf. Davon können auch ihre Kursteilnehmer:innen profitieren und neue Erkenntnisse gewinnen. Die Floskel «viel Glück» kommt in Simones Wortschatz nicht vor. Sie lebt den Grundsatz, dass der Erfolg nicht vom Glück, sondern von der eigenen Leistung abhängt und so ist der Fokus ihres Unterrichts stark auf konkrete, praxistaugliche Handlungsmöglichkeiten gerichtet.



