150 Kilometer, 6000 Höhenmeter und kein Smartphone – meine Vorbereitungen für das grösste Schweizer Outdoor-YouTube-Projekt RUSH laufen auf Hochtouren.

Um bei diesem knallharten Wettrennen quer durch die Schweizer Alpen nicht nur zu überleben, sondern strategisch zu überzeugen, setze ich auf eine präzise Taktik und ein kompromissloses Review-System. Dieser Blogbeitrag gibt einen exklusiven Einblick in meine Vorbereitungsphase. Zugegeben, die Formulierungen sind pointiert und radikal gewählt. Aber im Kern sind sie absolut stimmig und haben zum Zweck, dich zu motivieren, aus deinem nächsten, vielleicht noch so klein erscheinenden Projekt einen persönlichen Knaller zu machen. Egal, ob du dich auf Olympia oder ein gemütliches Wanderwochenende mit Freunden vorbereitest, das Gelingen ist massgeblich von den gleichen zwei Faktoren abhängig: Strategie und Review.

DER REIZ DES UNGEWISSEN: Was ist Rush?

Das YouTube-Format “ Projekt RUSH“ hat die Schweizer Creator-Szene im Sturm erobert. Das Prinzip ist simpel, aber extrem fordernd: Sieben Teilnehmende müssen so schnell wie möglich von Punkt A nach Punkt B gelangen, dies hauptsächlich zu Fuss. Ausnahme bilden ÖV-Joker, welche sich im Startpaket befinden oder man sich unterwegs in Boostpacks ergattern kann. Gestartet wird ohne Essen und mit nur 5 Franken Startkapital. Zusätzliche Schwierigkeit dabei ist, dass Start und Ziel bis zur letzten Sekunde absolut geheim bleiben. Elektronische Navigationsgeräte sind verboten, weshalb die Orientierung ausschliesslich über klassische topografische Karten erfolgt. Da maximal 78 Stunden Zeit zur Verfügung stehen und die Konkurrenz nicht schläft, reicht reine Muskelkraft nicht aus. Wer hier gewinnen will, muss das Spiel auf strategischer Ebene verstehen und eine klare Taktik verfolgen.

DIE VORBEREITUNG

Meine physische Vorbereitung basiert auf Langdistanzmärschen und intensiven Bergbegsteigungen mit maximalem Rucksackgewicht (+/- 8kg). Die psychische Vorbereitung beinhaltet fiktive Routenplanungen auf Google Maps (wie viele Dörfer und Städte ich da das erste Mal auf der Schweizerkarte sehe…), IC-Streckenpläne verinnerlichen und passendes Mindset aufbauen.

Ein besonderer Fokus liegt auf dem Gewicht der Ausrüstung. Jedes Gramm zu viel erhöht die Belastung und drosselt das Tempo. Daher wird jedes Ausrüstungsteil vorab gewogen und auf seine absolute Notwendigkeit geprüft. Ich entscheide mich für möglichst viele Multifunktionaltools wie zum Beispiel den Regenponche mit Ösen, welcher als Notfalltarp für etwas Schutz beim Schlafen aufgespannt werden kann.

DIE TAKTIK

Strategisch teile ich meine Marschplanung in drei feste Säulen auf:

Energiemanagement: Konstant niedriger Puls, um lange Distanzen ohne plötzlichen Leistungseinbruch zu überstehen – Motto: MÄSSIG, ABER STETIG

Navigation: Schnelles Erkennen von Höhenlinien, um unnötige und kräftezehrende Routen zu vermeiden – Motto: ZUSATZKILOMETER STATT HÖHENMETER

Unterstützung: Es ist mir bewusst, dass ich auf fremde Hilfe angewiesen bin, um an Geld, Essen und wertvolle Insidertipps zu gelangen. Deshalb werde ich so viele soziale Kontakte wie möglich knüpfen und mich auf die gute Schweiz verlassen – Motto: DIE SCHWEIZ IM RÜCKEN

Der wichtigste Wert, welcher über allen drei Säulen steht, ist die Freude. Es ist mir enorm wichtig, die Challenge mit Freude anzugehen. Meine langjährige Erfahrung als Sport Mental Coach zeigt: Nur die Kombination aus Leistung UND Freude führt Athleten zu nachhaltigem Erfolg und psychischer Gesundheit.

DAS PSYCHOLOGISCHE SCHACHBRETT: Joker und Boostpacks effizient nutzen

RUSH ist kein reiner Marathon, sondern ein hochkomplexes Strategiespiel. Die Macher haben verschiedene Spielelemente eingebaut, die den Rennverlauf komplett auf den Kopf stellen können. Dazu gehören limitierte ÖV-Joker für Bus oder Bahn, versteckte Boostpacks mit wichtigen Ressourcen an der Strecke sowie der gefürchtete Freeze Joker, mit dem man die direkten Konkurrenten für eine Stunde komplett blockieren kann.

Meine Taktik für diese Spielmechaniken ist defensiv, aber hoffentlich wirkungsvoll. Die ÖV-Joker hebe ich mir strikt für extreme Steigungen oder unvorhergesehene Wettereinbrüche auf. Umwege für Boostpacks nehme ich nur dann in Kauf, wenn die zusätzliche Zeit in einem sinnvollen Verhältnis zum erwarteten Nutzen steht. Der Freeze Jocker ist eine geniale Überlegung der Macher und bringt zusätzliche Spannung für die Sendung, passt jedoch überhaupt nicht zu meinem Wesen. Lieber überstehe ich das Rennen, ohne jemanden schikanieren zu müssen. Die Realität wird zeigen, ob in der Extremsituation der Wettkampfgeist oder die soziale Ader stärker ist.

DAS REVIEW-SYSTEM: Tägliche Manöverkritik im Feld

Ein zentraler Bestandteil meines Planes ist das strukturierte Review. Nach jedem harten Marschtag werde ich eine schonungslose Analyse der letzten Stunden durchführen, selbst wenn die Müdigkeit extrem an den Nerven zehrt. Diese tägliche Manöverkritik hilft dabei, gemachte Fehler nicht zu wiederholen und den nächsten Tag optimal zu planen.

Dazu nutze ich ein vereinfachtes dreistufiges Review-Schema:

Soll-Ist-Vergleich: Habe ich die geplante Kilometerzahl des Tages realisiert und meine Taktiken eingehalten?

Ressourcen-Check: Wie viel Nahrung und Wasser sind noch übrig und reicht das Kapital aus – auch für eventuelle ÖV-Joker?

Zustands-Analyse: Welche körperlichen Beschwerden zeichnen sich ab und wie reagiere ich präventiv darauf?

Durch diese systematische Selbstreflexion kann ich meine Taktik flexibel an die realen Gegebenheiten anpassen. Wer sich im Vorfeld nicht regelmässig hinterfragt, verliert im alpinen Gelände schnell den Überblick und damit das gesamte Rennen.

KAMERA LÄUFT: Content-Creation unter Extrembedingungen

Neben dem sportlichen Wettkampf darf man nicht vergessen, dass RUSH ein grosses YouTube-Format ist. Die Teilnehmenden filmen sich komplett selbst. Das bedeutet, dass ich neben dem schweren Rucksack auch das Kamera- und Audio-Equipment (zusätzlich 1.5kg) transportieren und bedienen muss. Eine gute Content-Strategie erfordert hierbei maximale Effizienz. Und wer mich kennt, der weiss: Technik steht nicht auf meiner Stärkeliste. Deshalb versuche ich, feste Routinen zu entwickeln und das Filmen nahtlos in den Marschrythmus zu integrieren. Kurze Updates zur aktuellen Lage, soziale Kontakte, emotionale Momente bei Erschöpfung und Freude und die Dokumentation von landschaftlichen Highlights werden in festen Abständen aufgenommen. Ich habe den Machern des Formates versprochen, dass ich gnadenlos alle meiner Zustände filmen werde und das werde ich einhalten.

Die Kamera darf niemals als Last wahrgenommen werden, sondern muss als treuer Begleiter fungieren, der die ungeschönte Realität dieses Abenteuers für die Zuschauer einfängt. Wie gut mir dies als Bodycamneuling gelingt, werden wir sehen…

DER FINALE COUNTDOWN: Bereit für das Abenteuer meines Lebens

Die Vorbereitungen sind abgeschlossen, die Taktik steht und die Ausrüstung ist optimal verpackt. RUSH wird mich zweifellos an meine körperlichen und mentalen Grenzen bringen. Doch genau in dieser extremen Herausforderung liegt der Reiz. Ich freue mich, als älteste Teilnehmerin dabei sein zu dürfen und nehme das Mental-Game an. Mit einer klaren Marschstrategie, dem Fokus auf die Spielmechaniken, einem konsequenten Review-System und einer grossen Portion Freude und Neugier fühle ich mich bestens gerüstet für den Startschuss.

Die Schweiz wird zur Arena – und ich bin bereit, alles zu geben. Let’s gooooooo!

Das Projekt RUSH Staffel 2 wird ab 1.11.2026 zweimal wöchentlich in 10 Episoden auf YouTube veröffentlicht.

Kleine Einblicke gibt es bereits jetzt auf Instagram und TikTok @projektrush

©sportmentalakademie.com – Auf Kopieren oder anderweitiges Vervielfältigen wird mit rechtlichen Schritten reagiert.

Die Autorin

Name: Simone Kunz

Beruf: Dipl. Sport Mental Coach und Schulcoach mit eidg. Fachausweis

Website: www.simi-mentalcoaching.ch

Motto:  «No luck, pure skill»

Simones Menschenbild liegen drei Werte zu Grunde, welche ihr wichtig sind und in ihrer Arbeit als Coach und Ausbildnerin einen wichtigen Anker bilden: Stetige Weiterentwicklung, Individualität und Freude. Was Simone keine Freude bereitet, lässt sie sein und so können sich die Teilnehmer:innen darauf verlassen, dass sie den Unterricht mit viel Freude und mit echtem Interesse am Menschen und seinen Bedürfnissen und Fähigkeiten gestaltet.

Um sich stetig weiterzuentwickeln, hält sie sich gerne ausserhalb der eigenen Komfortzone auf. Davon können auch ihre Kursteilnehmer:innen profitieren und neue Erkenntnisse gewinnen. Die Floskel «viel Glück» kommt in Simones Wortschatz nicht vor. Sie lebt den Grundsatz, dass der Erfolg nicht vom Glück, sondern von der eigenen Leistung abhängt und so ist der Fokus ihres Unterrichts stark auf konkrete, praxistaugliche Handlungsmöglichkeiten gerichtet.

© Copyright - Sport Mental Akademie GmbH - Alle Rechte vorbehalten.